TARDI – SCHWARZ AUF WEISS

Tardi en noir et blanc, F 2006, 50 min, OmU, Regie: Pierre-André Sauvageot
tardi-poster_article-2Er ist einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Comic-Kunst: Jacques Tardi. Der Regisseur Pierre-André Sauvageot hat ihm zwei Jahre lang über die Schulter geschaut. Tardi arbeitete in dieser Zeit an dem Band »Killer stellen sich nicht vor« (Le petit bleu de la côte Ouest/2005) nach dem Roman von Jean-Patrick Manchette und an »Das Geheimnis des Würgers« (Le secret de l’étrangleur/2006), eine Pierre Siniac-Adaptation. Auch unabhängig von den konkreten Werken portraitiert der Film Tardi in den Wegen seiner Recherchen, seiner Art zu arbeiten. Ein thematischer Schwerpunkt des Films sind überdies die Aufzeichnungen des Vaters zu Krieg und Kriegsgefangenschaft. Tardi ist noch in den Anfängen ihrer künstlerischen Umsetzung, erläutert das geplante Erzählverfahren und spricht darüber, wie sehr ihn das Vorhaben herausfordert und was ihn gleichzeitig schon Jahre zögern lässt. Zur Sprache kommen auch die Erlebnisse des Großvaters aus dem I. Weltkrieg und ihr Nachhall im Band »Grabenkrieg«.

Kinostart: 16.01.2014

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Hintergrundtext: Hansi Oostinga – Der Comic-Zeichner Jacques Tardi: Der Stift als Waffe

PRESSESTIMMEN

Er ist ohne Frage einer der wichtigsten Comic-Künstler der Welt, überhäuft mit Preisen, ein sehr eigenwilliger, ein sehr gradliniger Künstler. (…) Die Rede ist von Jacques Tardi. Es gibt jetzt einen sehr eindrucksvollen Dokumentarfilm, der in nur 50 Minuten das Leben und Werk dieses Mannes umkreist, seine Arbeitsweise beschreibt und uns diesen Mann ganz nahe bringt. Knut Elstermann, radioeins

Tardi – Schwarz auf Weiß‘ ist der Glücksfall einer konzentrierten Dokumentation über künstlerische Schaffensprozesse. Michael Baute, tip

Nun gewährt uns Regisseur Pierre-André Sauvageot mit seinem Dokumentarfilm „Tardi – Schwarz auf Weiß“ einmalige Einblicke in die Arbeitsweise Tardis, für den stets die Glaubwürdigkeit seiner Geschichten im Vordergrund steht. Wir beobachten den Künstler, wie er reale Orte zu zweidimensionalen Räumen transformiert ohne dabei auch nur einen einzigen Ziegelstein auszusparen, sehen ihm dabei zu, wie er in alten Zeitungsarchiven blättert um durch Werbung und Annoncen mehr über die Bedürfnisse seiner Figuren zu erfahren. Anne Kunzke, FranzösischerFilm.de

Dem Regisseur Sauvageot, der sich schon mehrfach dokumentarisch mit Comickünstlern befasst hat (u.a. mit José Muñoz und Willem), ist hier mit einfachen Mitteln ein sehr interessantes Porträt einer starken Künstlerpersönlichkeit gelungen. Thomas Kögel, comicgate

Die stärksten Momente des Films sind denn auch jene, die den kreativen Prozess des Zeichnens dokumentieren. Da nähert sich Tardi mit dem Bleistift übers leere Papier tastend seinem Thema, Stück für Stück nehmen Figuren und Kulissen Form an. Dabei lässt sich auch anschaulich studieren, von wem sein Werk geprägt ist. Die rau stilisierten, leicht karikierend gezeichneten Figuren erinnern an US-Undergroundzeichner wie Robert Crumb, die akribisch gezeichneten Kulissen und die klaren Linien lassen den Einfluss von franko-belgischen Zeichnern wie Hergé und Edgar P. Jacobs erkennen. In langen, ruhigen Einstellungen schaut die Kamera dem graubärtigen Künstler über die Schulter. Interviewpassagen aus dem Off vermitteln ein Gefühl für die großen Themen, die ihn umtreiben. Lars von Törne, Der Tagesspiegel

Wann hat man schon mal Gelegenheit, einem geheimnisvollen Genie bei der Arbeit über die Schulter zu sehen? Lutz Göllner, zitty

Fast 50 Minuten im Atelier mit Jacques Tardi – das ist ein Film, der selbst wie ein Comic funktioniert. Wie eine Bildergeschichte, die alles Unwesentliche im Dunkeln ausblendet und nur die wichtigsten Details erhellt. Filmische Konzentration ohne grelle Effekte, ohne lauten Schnitt. Tardi, so scheint es, interviewt sich selber. In Selbstgesprächen wird der Werkstattbesuch zu einem Dauerasyl an der Seite des Künstlers. (…) Ein Film, der uns Schwarz und Weiss und die tausenden Schattierungen dazwischen zeigt. Wer sich auf diese 50 Minuten einlässt, erfährt viel über Tardi, eine ganze Menge über das Entstehen eines Comics und viel darüber, dass die Kunst des leichten Striches verdammt harte Arbeit ist. Thomas Schneider, dokumentarfilm.info

Der Film „Tardi – Schwarz auf Weiß“ gibt weitere Aufschlüsse über den Menschen Tardi und seine Arbeitsweise. Man hat das Gefühl, dem Zeichner über die Schulter schauen zu können. Regisseur Pierre-André Sauvageot hat ihn zwei Jahre lang mit der Kamera begleitet. Wir können zuschauen, wie Tardi scribbelt, tuscht, das vermeintlich fertige Bild begutachtet, Fehler entdeckt, retuschiert und es schlussendlich mit einem finalen Strich abschließt. Minou Lefebre, Direkte Aktion

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